DED

Der Deutsche Entwicklungsdienst

„Welch hoher politischer Stellenwert dem DED zum Zeitpunkt seiner Gründung zukam, zeigt, dass Konrad Adenauer, Heinrich Lübke und J. F. Kennedy bei seiner Taufe am 24. Juni 1963 zugegen waren“, betont das Kladower Forum in seinen Arbeitspapieren „Werkstatt Geschichte – Wider das Vergessen“. Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) wuchs in den 1960er Jahren und danach zu einer professionellen Fachdienst heran, der in seinen besten Zeiten mit mehr als 1.000 Fachkräften weltweit in rund 50 Ländern vertreten war. So hat der DED die deutsche Entwicklungszusammenarbeit maßgeblich geprägt, bevor er 2011 gemeinsam mit den Organisationen GTZ und InWEnt in der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) aufging.

Kernpunkte des DED auf einen Blick

  • Gründung und Auftrag: Der DED entstand Anfang der 1960er Jahre als staatlich-private Antwort auf den Bedarf an Fachkräften in globalen Partnerländern. Er verstand sich als basisnaher, partnerorientierter Fachdienst statt als Großprojekt-Agentur der Entwicklungshilfe.
  • Frühe Einsätze: Bereits Mitte der 1960er Jahre reisten die ersten Freiwilligen in zahlreiche Länder Afrikas, Lateinamerikas und Asiens aus.
  • Professionalisierung: Geprägt war seine Arbeit immer wieder von Spannungen zwischen Idealismus und Professionalisierung. Ab den 1970er Jahren wandelte sich der DED vom idealistischen Freiwilligendienst zum qualifizierten Entsendedienst mit stärkerer fachlicher Ausrichtung.
  • Soziale und bildungspolitische Wirkung: Rückkehrende Entwicklungsfachkräfte prägten Bildungsarbeit und lokale Initiativen in Deutschland. Dies hat dem heutigen Konzept des globalen Lernens bzw. der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) einen hohen Auftrieb verliehen.
  • Politik und Kontroversen: Der DED war politisch sichtbar und dadurch gelegentlich auch umstritten. Problematisch waren etwa die politischen Positionen einzelner Entwicklungshelfer:innen, die laut Kritik an Neutralität vermissen ließen. Auch bei Prüfungen durch den Bundesrechnungshof gab es mitunter Beanstandungen. Höchst umstritten war auch die spätere Fusion zur GIZ.
  • Ende und Erbe: 2011 ging der DED in der GIZ auf, viele Dokumente zu seiner Arbeit wurden ins Bundesarchiv übergeführt. Trotz formaler Auflösung lebt aber das Engagement ehemaliger Entwicklungsfachkräfte in Umwelt- und Entwicklungsnetzwerken fort.

 

Geschichte des DED von den Anfängen bis 2023 hier zum Download.

230802_Wider das Vergessen_final.pdf